Lanstroper Ei: Förderverein übernimmt Nutzungsrechte - baldige Sanierung

Lanstroper Ei: Förderverein übernimmt Nutzungsrechte - baldige Sanierung

Um die dringend notwendige Restaurierung des "Lanstroper Ei" und die anschließende Weiterentwicklung zum Künstler- und Kulturzentrum zügig voran zu treiben, unterzeichneten Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Bodo Champignon, der Vorsitzende des als gemeinnützig anerkannten Fördervereins, am 2. August einen auf 25 Jahre angelegten Nutzungsüberlassungsvertrag.

Der eigens zu diesem Zweck gegründete Förderverein "Lanstroper Ei" e.V. verpflichtet sich damit u.a. zur Förderung und Durchführung der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen an dem Industriedenkmal, zu seiner Beleuchtung, zur Aufstellen einer Sponsorentafel, zur Entwicklung des ehemaligen Wasserturms zu einem Künstler- und Kulturzentrum sowie zum Ausbau der Anlage zu einem regionalen touristischen Ausflugsziel. Die Stadt Dortmund bleibt Eigentümerin sowohl des Wasserturms als auch des Grundstückes und zahlt deshalb weiter Steuern und Versicherungen. Oberbürgermeister Ullrich Sierau hatte bereits 2011 die Schirmherrschaft über den nun beginnenden Entwicklungsprozess rund um die weithin sichtbare Landmarke im Dortmunder Stadtteil Lanstrop/ Grevel übernommen.

Für die Sanierung des Industriedenkmals werden Gesamtkosten in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro erwartet. Das Finanzierungskonzept sieht Sponsorenbeiträge in Höhe von 1,3 Millionen Euro, eine Landesförderung von 480.000 Euro, einen Eigenanteil der Stadt Dortmund von 120.000 Euro sowie die Erbringung von Ingenieurleistungen durch die Stadt Dortmund im Wert von 200.000 Euro vor. Ein entsprechender Förderantrag beim Land wurde nach positiven Vorgesprächen im April 2012 gestellt.

Sierau zum weiteren Verfahren: "Wir wollen jetzt schnell die nächsten Schritte tun, damit es mit den Baumaßnahmen möglichst im kommenden Frühjahr los gehen kann: Zunächst wird der Förderverein die Verträge mit den Sponsoren vorbereiten. Parallel dazu wird die Stadt Dortmund die Entscheidung des Rates zur Sicherstellung des Eigenanteils und der Ingenieurleistungen herbei führen. Wenn bis dahin der Förderbescheid des Landes vorliegt, kann der notwendige Beschluss in der Oktobersitzung des Rates gefasst werden. Danach wären dann die Bauleistungen öffentlich auszuschreiben."


Das Lanstroper Ei - Geschichte und Technik


Der Wasserturm steht seit dem 26.09.1989 unter Denkmalschutz und gehört als erhaltenswertes Baudenkmal auch zur Route der Industriekultur. Errichtet wurde der Turm in den Jahren 1904 und 1905 durch die Dortmunder Stahlbaufirma August Klönne im Auftrag der ehemaligen Gas- und Wasserwerke der Stadt Unna, die von dort den nordwestlichen Teil ihres Versorgungsgebietes belieferten. Kosten: rund 85.000 Mark.

Der Wasserversorgung diente der gusseiserne Koloss über 75 Jahre. Erst für die umliegenden Zechen Gneisenau in Derne, Preußen I und II in Horstmar, Scharnhorst und bis 1910 Minister Achenbach in Brambauer. Später wurden von diesem Wasserdruckbehälter die Gemeinden Altenderne, Asseln, Brackel, Brambauer, Brechten, Eving, Gahmen, Horstmar, Kemminghausen, Kirchderne, Lanstrop und Lünen beliefert.

Der Wasserturm hatte nach seiner Fertigstellung eine Höhe von 57 m und steht auf einem vier Meter tiefen, quadratischen Fundament von 15 Metern Seitenlänge. Der eiförmige Wasserbehälter ist 18 Meter hoch, 14 Meter breit und hat ein Fassungsvermögen von 2.000 Kubikmetern. Er wurde aus sechs Millimeter starken Stahlplatten mit Nieten zusammen gesetzt. Getragen wird der Wasserbehälter durch ein schmiedeeisernes Standgerüst. Sein Gewicht beträgt zehn Tonnen, das des Turmes insgesamt 180 Tonnen. 

Seite bookmarken:
FacebookTwitterDeliciousDiggGoogleYahoo
merkzettel
Keine Objekte vorgemerkt