Suppen-Fabrik
Das wurde aber auch Zeit! Wie lange soll man denn hier noch auf ein zeitgenössisches Suppenrestaurant warten? Bereits kurz nach der Jahrtausendwende feierten Londoner In-Magazine wie FACE die modernen Schlürfstationen, die allerorten in der britischen Hauptstadt und in anderen Metropolen eröffneten. Sie orientierten sich an den Straßenküchen etwa in Thailand, transportierten die Idee aber ins urbane Leben einer Millionenstadt – mit entsprechender Einrichtung. Junge, tätowierte Köche, laute Musik und eine Auswahl frisch gekochter, leichter und gesunder Suppen, das traf den Nerv auch der Businessclass.
Zieht man mal Tattoos und Rockmusik ab, ist Pascal Dürr mit seiner brandneuen Suppen-Fabrik mitten auf der Kaiserstraße auf dem richtigen Weg. Die Suppe, in den meisten Köpfen wahrscheinlich immer noch mit Arme-Leute-Essen und „Suppenküchen“ assoziiert, passt glänzend in unsere Zeit, in der regionale Rezepte Wiederauferstehung feiern und ein allgemeines Gesundheitsdenken eingesetzt hat. Will man mittags ernsthaft ein randvolles Tellergericht mit schweren Saucen und zuviel Beilage zu sich nehmen und den Nachmittag über in den Verdauungsschlaf fallen? Nein, leicht soll es sein, schnell soll es gehen, frisch gekocht und auch noch preiswert soll es sein: Voilà, hier bekommt man, was man gesucht hat.
Der kleine, noch nicht ganz fertige Raum bietet an wenigen Sitz- und Stehtischen Platz für ein Dutzend Gäste, die sich je nach Wochenangebot zwischen sechs verschiedenen Suppen entscheiden können. Gut, dass es ein so breites Angebot gibt: Wer es gern deftiger mag, wählt den deutschen Klassiker, den Erbseneintopf mit Speck und feinen Kräutern. Freunde exotischer Aromen nehmen die thailändische Hühnersuppe mit Zitronengras, das mit Kokosmilch und Ingwer fein abgeschmeckt ist. Aus hausgemachtem Rinderfond entsteht der französische Gemüsetopf mit Rindfleisch, während die sämige Steirische Kürbissuppe mit einem Schuss dunkel-aromatischem Kürbiskernöl serviert wird. Wir probierten auch die „Harira“, eine marokkanische Linsensuppe mit einer „typisch arabischen Note“, die für unseren Geschmack ruhig noch eindeutiger nach Kreuzkümmel und der scharfen Chilipaste Harissa hätte schmecken dürfen. Sehr schön aber auch der Zimthauch, der über der Tomaten-Orangen-Suppe schwebte.
Drei von sechs Suppen der laufenden Woche sind also vegetarisch, was ein weiteres Argument für viele bewusst essende Gäste sein dürfte. Ein weiterer Pluspunkt ist die Portionsgröße: die kleine Variante ist für ein kurzes Aufladen der Körperenergien durchaus ausreichend und kostet je nach Variante 2,50-3,50 Euro. Die große Schale wird mit 3,50-4,50 Euro berechnet, da ist man mindestens bei der Erbsen- und Linsenvariante pappsatt. Dann noch eine Schokoladentarte oder einen Fruchtsalat hinterher – prima!
Weitere gute Ideen, die Patron Pascal Dürr hat: Der gute Standort auf der Kaiserstraße mit dem Gericht und vielen Praxen und Büros in der Nähe lässt ihn auch ein Catering betreiben – er liefert ins Büro. Die Suppen werden auch zum Mitnehmen „to go“ angeboten und dann mit einem kompostierbaren Löffel und mikrowellentauglichen, wieder verwendbaren Suppenbechern verkauft. Zum Kochen setzt Dipl.Ing. Dürr übrigens auf Ökostrom. Die Suppen-Fabrik ist konsequent nur an Werktagen tagsüber geöffnet.
Wir hoffen nun darauf, dass das Beispiel Schule macht und man an jeder Ecke so ein leichtes und leckeres Angebot erhält. Schlürf, schlürf!
Küche
ImbissPreisspanne für Hauptgerichte
Suppenpreise: 2,50-4,50 EuroSeite drucken zum Merkzettel hinzufügen
Kaiserstraße 43
44135 Dortmund
Tel.: +49 (0)231 47 49 32 12
Öffnungszeiten
Mo - Fr: 11-18 Uhr (außer an Feiertagen)
Homepage
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